Journal article
Zeitliche Trends bei den Häufigkeiten für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und Stimulanzienbehandlung
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Steinhausen, Hans-Christoph
Psychiatrische Universitätsklinik, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Zürich, Schweiz
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Döpfner, Manfred
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Klinikum der Universität zu Köln
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Schubert, Ingrid
PMV-Forschungsgruppe an der KJP, Universität zu Köln
Published in:
- Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. - Hogrefe Publishing Group. - 2016, vol. 44, no. 4, p. 275-284
German
Zusammenfassung. Zeitliche Veränderungen in der Häufigkeit psychischer Störungen stellen besondere Herausforderungen für die Versorgungsplanung dar. In dieser Übersichtsarbeit wird die spezielle Frage nach einer Zunahme der Prävalenz- und Inzidenzraten von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) anhand von Ergebnissen internationaler epidemiologischer Studien aus mehreren Jahrzehnten geprüft. Während Studien zur Prävalenz keine Hinweise auf eine systematische Zunahme von ADHS in den jeweils untersuchten Bevölkerungen liefern, zeigen nationale und internationale Studien zur Inzidenz von ADHS, dass die Anzahl behandelter Personen mit ADHS in der jüngeren Vergangenheit deutlich angestiegen ist. Dieser Anstieg ist auch bei Kontrolle einer allgemein gestiegenen Inanspruchnahme der Psychiatrie noch nachzuweisen. Insgesamt hat sich also die Kluft zwischen Behandlungsbedürftigkeit und tatsächlicher Behandlung bei ADHS über die Zeit verringert. Hingegen haben deutsche Studien zur Verschreibung von Medikamenten nach Jahren des Anstiegs in jüngster Zeit auch abnehmende Tendenzen gezeigt.
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